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Die NOAM Mitarbeiterin Keren Tomer im Interview

ImageSeit zwei Jahren berät Keren Tomer Neueinwanderer, die sich mit ihren Fragen ans NOAM Büro wenden. Ihre kecke, freche und oft unkonventionelle Art zeichnet die kernige Berlinerin genau so aus, wie ihrer Hilfsbereitschaft und der Geduld mit der sie allen Menschen begegnet die ins NOAM Büro kommen, um Rat, Hilfe und Unterstützung zu nden.

 

Ohne etwas von ihrer Berliner Mentalität verloren zu haben, schafft Keren es dem Idealbild des Sabres im besten Sinne gerecht zu werden: aussen stachlig, innen süss. Besser kann man die Zionistin von der Spree, die sich für kaum etwas zu schade ist, wenn es darum geht, anderen Menschen zu helfen wohl kaum beschreiben. Im Interview mit dem Newsletter äußert sie sich nicht nur zu ihrem Job bei NOAM sondern auch zu ihrem Leben in Berlin und ihre ganz persönlichen Erfahrungen als Einwanderin.

NOAM:
Berlin ist doch eine tolle Stadt. Warum bist Du auf die Idee gekommen Deine Koffer zu packen und nach Israel zu ziehen?

Keren:
Weil ich Jüdin bin und Israel meine Heimat ist. Zudem habe ich mich in Deutschland wegen dem sehr krassen Antisemitismus, dem ich im Kontakt mit der arabischen Bevölkerung ständig begegnet bin nicht mehr wohl gefühlt. Briefe, die aus Israel kamen wurden von meinen arabischen Nachbarn aufgerissen. Wenn ich mit einer hebräischen Zeitung herumlief wurde ich beschimpft und bespuckt. Die angeblich offenen multi-kulti Linken meinten dann auch noch, dass ich selber schuld daran sei, weil ich mit dem Tragen israelischer oder jüdischer Symbole antisemitische Angriffe provozieren würde! Ich wollte es mir einfach nicht mehr gefallen lassen, dass Jugendliche aus Syrien oder aus dem Sudan mich auf der Straße anpöbeln und dazu auffordern, meinen Davidstern abzunehmen.

NOAM:
Keren, Du stehts den Neueinwanderern mit Rat und Tat zur Seite. Wer hat Dir geholfen, als Du 1997 Alijah gemacht hast?

Keren:
Eigentlich niemand. Ich hab zwar Familie im Norden des Landes. Aber weil ich nach Tel Aviv gezogen bin, haben die nicht viel für mich tun können.

NOAM:
NOAM gab es damals aber schon ...

Keren:
Ja, aber es war damals noch eine sehr junge Organisation, die noch nicht wirklich etabliert gewesen ist. Rein zufällig habe ich irgendwann das Schild von NOAM am Gebäude der Geschäftsstelle in der Rambam Strasse entdeckt und mich bei Shiri gemeldet, die damals das Büro leitete. Da hatte ich aber schon alles ohne Hilfe geschafft.

NOAM:
Reizt es dich trotzdem oder gerade deswegen anderen zu helfen?

Keren:
Weder noch. Ich bin Zionistin und mir tuts um jeden Leid, der nicht einwandern will oder wieder zurückgeht. Trotzdem sage ich niemandem “Jalla, komm!”. Ich würde niemanden dazu zu drängen hier her zukommen. Das muss jeder mit sich selber ausmachen.

NOAM:
Mit was für Fragen kommen die Olim zu Dir ins Büro?

Keren:
Von der Frage nach der besten israelischen Biersorte, über Anfragen für Schiduchim und Kontaktgesuche bis zu: “Wie wäscht man hier Wäsche?” fehlt nichts.

NOAM:
Also ein Mädchen für alles...

Keren:
Ja, aber das macht mir auch Spass. Auf die Nerven geht es mir nur, wenn die Leute hier her kommen und große Forderungen stellen, als könnte NOAM der Sochnut, dem Misrad ha’Pnim oder dem Zoll sagen was sie zu tun haben.

NOAM:
Was macht Dir an Deiner Arbeit besonders Freude?

Keren:
Ich nde es cool, zu sehen, wie die Leute sich so entwickeln. Manche Neueinwanderer sehen am Anfang ziemlich schwarz. Wenn man ihnen dann ein bissl Mut macht, macht es dann oft aber Klick und sie kommen auf die Beine. Das zu sehen macht natürlich Freude. Und dann ist da natürlich noch das positive Feedback, dass man ständig bekommt. Leute, denen ich helfe, schreiben, kommen vorbei und bedanken sich. Manche haben mir sogar schon Blumen gebracht. Das ist natürlich Klasse.

NOAM:
Kannst Du unseren Lesern zum Schluss noch einen guten Rat geben?

Keren:
Keiner sollte denken , Israel wartet gerade auf ihn. Man sollte die Ansprüche ein bisschen runter schrauben. Dann wird die Aliah garantiert ein Erfolg.


Aufgerufen: 587

Kommentare (1)
1. 14-04-2007 10:07
alter Artikel
da dieser Artikel ein paar Tage alt ist, sind also die Zeitfenster auch entwas veraltet. Aber immerhin ein netter Artikel über unsere Kollegin.
Geschrieben von: jahudie (Registriert)

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