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Entspannendes und abwechslungsreiches NOAM Weekend im Negev Drucken E-Mail
Geschrieben von Ofer   
Sunday, 30. March 2008
Vom 28. bis 29. Maerz 2008 organisierte NOAM ein Weekend im Negev.

 

Die Umstellung auf die Sommerzeit in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag hatte fuer ein wenig Durcheinander gesorgt: manche hatten naemlich vergessen, Ihre Uhren vorzustellen ... darunter auch unser Busfahrer! Um 09.30 Uhr kamen wir im Kibbutz Revivim an, wo auch die allerletzten Schlafmuetzen von dem energiegeladenen Schauspieler aufgeweckt wurden, der uns Zuschauer in die Zeit der Kibbutz-Gründung zurückversetzte.

Tapfere NOAM-Freunde wurden als Pioniere verkleidet und spielten nun dem "britischen Offizier" dasheile Landleben vor, während sie sich in Wahrheit für den Untergrundkampf bewaffnetten. Wie auf den Fotos zu sehen ist, hatten wir alle viel Spass an dem Stueck, obwohl der Schauspieler nicht zimperlich mit der “freiwilligen” Schauspielern war.

Gleich danach wurden wir durch den Kibbutz gefuehrt, der von einer Gruppe junger Immigranten aus Deutschland, Italien und Österreich gegruendet wurde, die in Rishon LeZion stationiert waren. Die ersten sechs Mitglieder lebten bis zur Fertigstellung des ersten Hauses in einer Hoehle, nahe einem britischen Aussenposten. Der Kibbutz Revivim liegt 36 km suedlich von Be´er Sheva in Ramat Negev und war somit die suedlichste juedische Siedlung vor der Staatsgruendung. Waehrend des Unabhaengigkeitskrieges hatten die Kibbutzmitglieder tapfer aegyptischen Angriffen und vielen anderen schweren Situationen standzuhalten.
Weiter ging die Fahrt nach Ein Avdat, einem Naturpark in der Naehe des Kibbutz Sde Boker. Beindruckend waren die Wasserteiche und sogar ein Wasserfall mitten in der Wüste. Nachdem wir den Fussweg locker in 20 Minuten zurückgelegt hatten, fanden wir im Erklimmen der in Stein geschlagenen schmalen Stiege gleich eine neue Herausforderung.
Erschöpft, doch glücklich, ging es dann weiter in den Kibbutz Mashabei Sade, wo sich die meisten von uns in guter jeckischer Manier erst einmal eine Schlafstunde gönnten.Einige Unermüdliche zog es jedoch zum überdachten Swimmingpool, wo Zuschauer mit erstaunlichen Kapriolen unterhalten wurden. Der etwas abseits gelegene Pool bot eine hervorragende Sicht auf die umliegende Wüste, wodurch man den Kontrast zwischen der Einöde und der üppigen Vegetation des Kibbutz besonders deutlich spuerte.

Nach dem gemeinsamen Shabbatdinner folgte ein Vortrag von Dahlit, einer Film-Studentin des Sapir-College, die schon seit einem Jahr in Sderot lebt. Anschaulich berichtete sie vom Leben unter dem Raketenbeschuss, der Armut unter der Bevölkerung und der Wut der Menschen in Sderot auf die Regierung Israels.

Sie erklaerte, dass die Bewohner Sderots nach der Warnung "Zeva Adom" 15 Sekunden Zeit haben, um sich an einen geschuetzten Ort zu begeben. Ausserdem schilderte sie wie belastend es sein kann, dass es wochenlang ruhig ist woraufhin jedoch an einem Tag 40 Raketen fallen koennen. Besonders schwer sei diese Situation fuer die Kinder, die nachts werden aus den Betten gerissen werden um in die Schutzbunker gebracht zu werden.
Auch auf den krassen sozialen Unterschied zwischen den Kibbutzim rings um Sderot und der eigentlichen Bevölkerung Sderots wies Dahlit hin: dieser druecke sich zum Beispiel in der Qualitaet der Schulen aus.Sehr geschätzt werden bei der Bevölkerung Sderots übrigens die Shoppingtouren von Israelis aus entfernten Gegenden zur Unterstütztung Sderots. Während viele Gelder nur einigen FamilienSderots zu Gute kommen, helfen Unterstützungskäufe allen dort Lebenden, soweit nicht in den Supermärkten, sondern in kleinen Geschäften gekauft wird.
Dahlit erwähnte auch, dass fast Alle, die es sich leisten können, aus Sderot weggezogen sind. Villen stehen leer und werden günstig an Studenten vermietet. Besonders die Tel Avivis waren von der Tatsache beeindruckt, dass man eine Dreizimmerwohnung im Zentrum Sderots schon für 1.200 NIS mieten koenne. Dafür gaebe es in Tel Aviv nicht einmal einen Stellplatz fuer das Auto.
Am Samstag vormittag hielt Adin, der seit Jahrzehnten im Kibbutz Revivim lebt, einen Vortrag ueber die Wassergewinnung in der Wüste. Viel Neues wurde gelernt: So wusste wohl kaum einer von uns, dass es riesige unterirdische Wasserreservoirs in der Wüste gibt. Das Wasser ist salzig und kann daher nicht getrunken werden, aber zur Bewässerung von einigen Pflanzen eignet es sich ausgezeichnet.

Es wird aus einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern und bei einer Temperatur von 38 °C an die Oberfläche gepumpt. Ausserdem wurde erklaert, dass Revivim die größten Olivenhaine Israels hat: die Olivenbäume bringen - nach Ansicht Adins - die besten Früchte. Außerdem erziele man sehr gute Erfolge beim Tomantenanbau.

Seit 1998 werden auch Fische in dem Salzwasser gezüchtet, die durch die Wärme des Wassers prächtig gedeihen. Das Kibbutzmitglied Yoel de Malach erhielt fuer seine Forschungen auf diesem Gebiet den Israel Preis. Das Süsswasser gelangt aber nach wie vor ueber Pipelines aus dem Norden.

Der Samstag verlief ruhig: die meisten von uns trafen sich am Swimmingpool wieder. Man spielte Gesellschaftsspiele und Fussball. Der Versuch, in den Spa Newe Midbar zu Fuss zu gelangen, wurde von zwei Waghalsigen schon nach 15 Minuten abgebrochen. Alles in allem war NOAMs Negev Weekend ein gelungenes und entspannendes Wochenende, bei dem wir auch so einiges gelernt haben.

NOAM bedankt sich herzlich bei Vera, Henry und Nadine fuer die hervorragende Organisation dieses Weekends!

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