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Vom 28. bis 29. Maerz 2008 organisierte NOAM ein Weekend im Negev.
Die Umstellung
auf die Sommerzeit in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag hatte fuer ein
wenig Durcheinander gesorgt: manche hatten naemlich vergessen, Ihre Uhren
vorzustellen ... darunter auch unser Busfahrer! Um 09.30
Uhr kamen wir im Kibbutz Revivim an, wo auch die allerletzten
Schlafmuetzen von dem energiegeladenen Schauspieler aufgeweckt wurden, der uns Zuschauer in die Zeit der Kibbutz-Gründung zurückversetzte.
Tapfere NOAM-Freunde wurden als Pioniere verkleidet und spielten nun dem
"britischen Offizier" dasheile Landleben vor, während sie sich in
Wahrheit für den Untergrundkampf bewaffnetten. Wie
auf den Fotos zu sehen ist, hatten wir alle viel Spass an dem Stueck, obwohl
der Schauspieler nicht zimperlich mit der “freiwilligen” Schauspielern war.
Gleich danach wurden wir durch den Kibbutz gefuehrt, der von einer Gruppe junger
Immigranten aus Deutschland, Italien und Österreich gegruendet wurde, die in
Rishon LeZion stationiert waren. Die ersten sechs Mitglieder lebten bis zur Fertigstellung
des ersten Hauses in einer Hoehle, nahe einem britischen Aussenposten. Der
Kibbutz Revivim liegt 36 km suedlich von Be´er Sheva in Ramat Negev und war
somit die suedlichste juedische Siedlung vor der Staatsgruendung. Waehrend des Unabhaengigkeitskrieges
hatten die Kibbutzmitglieder tapfer aegyptischen Angriffen und vielen anderen schweren Situationen standzuhalten.
Weiter
ging die Fahrt nach Ein Avdat, einem Naturpark in der Naehe des Kibbutz Sde
Boker. Beindruckend waren die Wasserteiche und sogar ein Wasserfall mitten
in der Wüste. Nachdem wir den Fussweg locker in 20 Minuten zurückgelegt hatten,
fanden wir im Erklimmen der in Stein geschlagenen schmalen Stiege gleich eine
neue Herausforderung.
Erschöpft, doch glücklich, ging es dann weiter in den Kibbutz Mashabei Sade, wo sich die meisten von uns in guter jeckischer Manier erst einmal eine
Schlafstunde gönnten.Einige
Unermüdliche zog es jedoch zum überdachten Swimmingpool, wo Zuschauer mit erstaunlichen
Kapriolen unterhalten wurden. Der etwas abseits gelegene Pool bot eine
hervorragende Sicht auf die umliegende Wüste, wodurch man den Kontrast zwischen
der Einöde und der üppigen Vegetation des Kibbutz besonders deutlich spuerte.
Nach
dem gemeinsamen Shabbatdinner folgte ein Vortrag von Dahlit, einer Film-Studentin des Sapir-College, die schon seit einem
Jahr in Sderot lebt. Anschaulich berichtete sie vom Leben unter dem Raketenbeschuss,
der Armut unter der Bevölkerung und der Wut der Menschen in Sderot auf die
Regierung Israels.
Sie
erklaerte, dass die Bewohner Sderots nach der Warnung "Zeva Adom" 15
Sekunden Zeit haben, um sich an einen geschuetzten Ort zu begeben. Ausserdem
schilderte sie wie belastend es sein kann, dass es wochenlang ruhig ist
woraufhin jedoch an einem Tag 40 Raketen fallen koennen. Besonders schwer sei
diese Situation fuer die Kinder, die nachts werden aus den Betten gerissen
werden um in die Schutzbunker gebracht zu werden.
Auch auf den krassen sozialen Unterschied zwischen den Kibbutzim rings um
Sderot und der eigentlichen Bevölkerung Sderots wies Dahlit hin: dieser druecke
sich zum Beispiel in der Qualitaet der Schulen aus.Sehr
geschätzt werden bei der Bevölkerung Sderots übrigens die Shoppingtouren von
Israelis aus entfernten Gegenden zur Unterstütztung Sderots. Während viele
Gelder nur einigen FamilienSderots zu Gute kommen, helfen Unterstützungskäufe
allen dort Lebenden, soweit nicht in den Supermärkten, sondern in kleinen Geschäften
gekauft wird.
Dahlit
erwähnte auch, dass fast Alle, die es sich leisten können, aus Sderot
weggezogen sind. Villen stehen leer und werden günstig an Studenten vermietet.
Besonders die Tel Avivis waren von der Tatsache beeindruckt, dass man eine
Dreizimmerwohnung im Zentrum Sderots schon für 1.200 NIS mieten koenne. Dafür
gaebe es in Tel Aviv nicht einmal einen Stellplatz fuer das Auto.
Am Samstag vormittag hielt Adin, der seit Jahrzehnten im Kibbutz
Revivim lebt, einen Vortrag ueber die Wassergewinnung in der Wüste. Viel Neues wurde gelernt:
So wusste wohl kaum einer von uns, dass
es riesige unterirdische Wasserreservoirs in der Wüste gibt. Das Wasser ist
salzig und kann daher nicht getrunken werden, aber zur Bewässerung von einigen Pflanzen eignet es sich ausgezeichnet.
Es
wird aus einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern und bei einer Temperatur von 38 °C an die Oberfläche gepumpt. Ausserdem wurde erklaert, dass Revivim die
größten Olivenhaine Israels hat: die Olivenbäume bringen - nach Ansicht Adins
- die besten Früchte. Außerdem erziele man sehr gute Erfolge beim Tomantenanbau.
Seit
1998 werden auch Fische in dem Salzwasser gezüchtet, die durch die Wärme des
Wassers prächtig gedeihen. Das Kibbutzmitglied Yoel de Malach erhielt
fuer seine Forschungen auf diesem Gebiet den Israel Preis. Das Süsswasser
gelangt aber nach wie vor ueber Pipelines aus dem Norden.
Der
Samstag verlief ruhig: die meisten von uns trafen sich am Swimmingpool wieder. Man spielte Gesellschaftsspiele und Fussball. Der Versuch, in den Spa
Newe Midbar zu Fuss zu gelangen, wurde von zwei Waghalsigen schon nach 15 Minuten abgebrochen. Alles in allem war NOAMs Negev Weekend ein gelungenes und entspannendes
Wochenende, bei dem wir auch so einiges gelernt haben.
NOAM bedankt sich herzlich bei Vera, Henry und Nadine fuer die hervorragende
Organisation dieses Weekends!
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