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NOAM Ausflug aus Sicht eines Neulings Drucken E-Mail
Geschrieben von Katja Lanz   
Tuesday, 6. November 2007

Katja Lanz berichtet ueber das NOAM-Weekend in Nahariya.

Soll ich, oder soll ich lieber doch nicht. Hin und Her gerissen entschliesse ich mich kurzfristig bei Noam anzurufen um mich für den Weekendausflug anzumelden. Vielleicht nimmt ja niemand ab!

Es antwortet doch jemand und zum guten Glück weiss ich, dass diese Person das mir so wohl vertraute „Schwyzerdütsch" spricht. Es ist doch irgendwie angenehm, wenn man sich in der eigenen Sprache verständigen kann, denn so befinde ich mich ein paar Tage später am Abfahrtsort in Jerusalem und besteige den Bus, welcher mit uns die kleine Reise antreten wird. Kaum fahren wir los, heisst es, dass der Bus doch in Mevasseret hält, dem Ort, in welchem ich eigentlich wohne. Hm, interessant: Wie kommt es, dass der Bus für mich nicht dort hält und für jemanden anderes schon? Die Lösung kommt bald: Man muss einfach ein bisschen Glück haben und die Stellvertreterin bei Noam am Telefon erwischen. Nun ja, kein Problem, in Israel ist man sich Flexibilität gewohnt und so übernachtete ich in Jerusalem! Zum einen gut, da ich nicht sehr weit zum Abfahrtsort hatte, zum anderen schlecht, da ich die Reise bereits unausgeschlafen antrat.

Der zweite Halt ist Tel Aviv, wo wir noch mehr Artgenossen aufladen und schön artgerecht kann man sich zwar verständigen, man spricht aber nicht gleich jeden an. Besser so, denn man könnte auch schlecht antwortet: „Ani lo medaberet ifrit."!

Der erste Ausflugsstop ist Cäserea. Eine Besichtigungsstätte, die ich bereits im Februar gemacht habe. Als jedoch der langjährige NOAM-Mitglied, Henry, zu erzählen und erklären beginnt, bekommen die Steinhaufen plötzlich Farbe und Bewegung. Kann aber auch daran liegen, dass man es in der Muttersprache doch am besten versteht. Entzückt darüber, dass sich jemand so vorbereitet hat höre ich gespannt zu. Aber wie es bei organisierten Gruppenreisen vor sich geht, ist die Zeit immer ein bisschen knapp, da man in kurzer Zeit möglichst viel erreichen möchte und so sind wir kaum ausgestiegen, befinden wir uns auch schon wieder im Bus Richtung Daliat El Karmel, einem Dorf in dem wir uns ein bisschen näher das Leben der Drusen ansehen können. Da die Reise, natürlich sehr zu meiner Freude, gut organisiert ist, kommen wir günstig zur Mittagszeit dort an. Dies ermöglicht uns eine kleinere Drusenmahlzeit einzunehmen.

Da ich natürlich noch nie eine Drusenspezialität gegessen habe, stört es mich nicht, dass das Essen kalt ist. Muss wohl so sein! Anders bei meiner Begleitperson, die findet mein kaltes Essen gar nicht speziell und erkundigt sich, dessen Richtigkeit. Was dazu führt, dass ich 2 Minuten später, mein Essen mikrowellenwarm zurückbekomme.

Am Nachmittag treffen wir dann im Hotel ein, welches sich in der Nähe von Naharia befindet. Dort hören wir uns erst einmal ein Vortrag über die Gründung der Jekkenstadt Naharia an. Ein ganz lustiger älterer Herr beginnt von seinem Erlebnis mit der Jekkenstadt Naharia zu erzählen und brachte passende Fotoalben mit, damit wir uns ein Bild machen konnten. Und dann, nachdem sich einige bereits während des Vortrages ein Nickerchen gegönnt haben, kehren wir in die Shabbatruhe ein.

Nett hergerichtet nehme ich mir dann vor, die hoteleigene Synagoge zu besuchen. Nachdem uns jedoch eine Wand vor die Nase gestellt wird, entscheiden wir uns zu zweit, die Synagoge wieder zu verlassen. Da ist ein Spaziergang zum Meer doch angenehmer, als eine Wand vor der Nase zu haben.

Das Abendessen im Hotel ist, nun ja, nicht ganz unscharf. Sagen wir mal so, nach einem zweiten Pfefferkornbiss und einem tränenübergossenem Gesicht, ist die Entscheidung übers Weiteressen nicht sehr schwer. Ausserdem ist mein Magen, durch den kläglichen Versuch wieder ein Gleichgewicht in meinem Munde herzustellen, mit Brot gefüllt.

Nachdem wir alle frisch gesättigt sind, hören wir uns eine Vorlesung von Chaim Noll über Kommunismus und Islam an. Obwohl es langsam zum Kampf wird, die Konzentration aufrechtzuerhalten, gebe ich mir alle Mühe soviel wie möglich mitzubekommen. Ein Blick in die Runde zeigt, dass es machen nicht anders ergeht. Trotzdem wird nach der Vorlesung angeregt mit Herrn Noll diskutiert. Wie es eben ist, sind die Meinungen verschieden. Mir hat es gefallen. Der Standpunkt war klar und von seiner Ansicht nach überzeugend.

Total begeistert bin ich über die Idee des Nachtschwimmens. Das kalte Meer wird mir die Müdigkeit bestimmt wegwaschen! Obwohl das Wasser angenehm warm ist, verfliegt meine Müdigkeit, was zum Ergebnis führt, dass mich mein Bett erst gegen halb drei Uhr Nachts zu sehen bekomme.

Irgendwann klopft es bei uns an der Tür, es ist 9 Uhr und es gibt bis 10 Uhr Frühstück. Wie gut, dass wir so vorsorgliche Leute mit in der Gruppe haben, ansonsten wäre mir die erste Mahlzeit des Tages vollkommen entgangen.

Okay, bis 10 Uhr gibt's Frühstück und ab 10.30 geht es mit einem Vortrag von Herrn Noll weiter. Dieses Mal möchte er uns ein bisschen von seiner Vergangenheit erzählen. Das Thema scheint weniger hitzig zu sein, denn nach dem Vortrag ist die Diskussionsrunde eher gering, vielleicht aber auch, weil die Leute müde sind und an den Strand möchten. Der Shabbat entspricht eigentlich genau meinen Vorstellungen: am Strand schlafen, Mittagessen und am Strand weiterschlafen und bei der Rückfahrt ist sogar der Halt in Mevasseret inbegriffen! Ein mah lehagid.

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Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 22. October 2008 )
 
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